Euro zu Jahresbeginn unter Druck

By | 6. Februar 2014

Mit Eröffnung des Handels im Jahr 2014 gab es für den Euro gegenüber dem US-Dollar nur einen Weg, und der hieß bergab. Ob es der Beitritt Lettlands in die Eurozone war oder die Konjunkturdaten aus den USA, bleibt dahingestellt. Von fast 1,38 am 30.12.2013 rutschte der Euro auf 1,3665 am 3. Januar 2014 zur Handelseröffnung.

US-Notenbank will Geldpolitik ändern

Nach der zuletzt extrem lockeren Geldpolitik der FED-Bank bahnt sich nun eine leichte Wende an. Bereits zum Ende des vergangenen Jahres grenzte die US-Notenbank den fast unbegrenzten Aufkauf der Staatsanleihen mit 30jähriger Laufzeit. Die US-Konjunkturdaten lassen ein leichtes Anziehen der Geldbremse zu, es fließt nicht mehr unbegrenzt Bargeld in den Wirtschaftskreislauf. Die Anleger setzen darauf, dass Ben Bernanke auch zum Ende seiner Amtszeit an dem neuen geldpolitischen Kurs festhalten wird.

Seine designierte Nachfolgerin, Jenet Yellen, hat bereits angekündigt, dass mit einer Korrektur des US-Leitzinses nicht vor 2015 zu rechnen ist. Ab Februar wird die bisherige Vizepräsidentin als erste Frau den Vorsitz der FED-Bank übernehmen. Im Gegensatz zum aktuellen Dollarkurs (s. Ariva) sehen einige Analysten jedoch Szenarien, welche in 2014 weit vom derzeitigen Stand entfernt sind. Kursziele weit über 1,40 bis hin zu 1,50 wären im Bereich des Möglichen. Prognosen wären aber keine Prognosen, wenn sie nicht auch in die gegenteilige Richtung zielen würden.

So sind sich einige Insider sicher, dass auch Kursabstürze bis auf 1,27 vorstellbar sind. Die Baugeldprognosen in Deutschland haben gezeigt, wie dünn das Eis ist, auf dem sich die Insider bewegen. Wurde für den Bereich der zehnjährigen Zinsbindung ein Auslauf zum Jahresende bei 3,4 Prozent p. a. vorhergesagt, stand der Index tatsächlich bei 2,8 % pro Jahr.

Aktien spielen auch mit

Neben einem Kurs von 1,50 im Euro US-Dollar Handel sehen die kühnsten Optimisten bereits für das Ende des ersten Quartals 2014 den Dax jenseits der 10. 000er-Marke, ein Höchststand von 11.000 wird nicht ausgeschlossen. Ein Währungspaar ist keine Insel, welches losgelöst von anderen wirtschaftlichen oder politischen Ereignissen stattfindet.

Zu viele Faktoren beeinflussen das Gefüge. Die Übernahme von Chrysler durch Fiat dürfte ein weiterer Punkt sein, der nicht nur Einfluss auf die Wertpapierbörsen, sondern auch auf den Devisensektor haben wird. Fakt ist, der DAX macht sich zum Jahresbeginn wieder auf den Weg, an seinem letzten Allzeithoch zu kratzen.

Es bleibt natürlich die Frage, welche Auswirkungen dies auf den US-Dollar aus den Augen deutscher Anleger hat. Neben einem sinkenden Index für die US-Treasuries deutet jedoch auch der Bund-Future an, dass es im Anleihemarkt zu Bewegung kommt. Immerhin fiel der Index von 143 Zählern im Januar 2013 auf nur noch 139 Punkte im Dezember 2013. Ein fallender Bund Future deutet darauf hin, dass die Anleger mit steigenden Zinsen rechnen. Dies ist umso bemerkenswerter, als die EZB keine Möglichkeit hat, ihre aktuelle Zinspolitik zu ändern.