Wie funktionieren Hebelzertifikate? – Hebelzertifikate verständlich für Anleger erklärt!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 07.11.2019


Während Aktien, Devisen und Rohstoffe bereits seit Jahrzehnten an den Märkten gehandelt werden können, gehören Hebelzertifikate ohne Frage noch zur jüngeren Kategorie der Finanzmarktprodukte. Deren Einführung vor etwas mehr als einem Jahrzehnt hat insbesondere die Anlagemöglichkeiten von Privatanlegern im Bereich der Hebelprodukte deutlich erhöht.

Aber wie funktionierten Hebelzertifikate eigentlich? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen, die nach Alternativen zu den klassischen Anlageprodukten suchen. Wer sich näher mit dem Thema befasst, wird schnell feststellen, dass Hebelzertifikate viele Gemeinsamkeiten mit Futures aufweisen. Nachfolgend finden Interessierte tiefergehende Informationen zur Funktionsweise von Hebelzertifikaten.

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Futures und Hebelzertifikate – was ist das?

Wenn sich Anleger mit der Frage „Was sind Hebelzertifikate“ beschäftigen, sind sie gut beraten, sich zunächst mit dem Prinzip der Futures auseinanderzusetzen. Wie eingangs bereits angedeutet, gibt es zwischen den beiden Finanzmarktprodukten einige Parallelen. Bei Futures handelt es sich zunächst um standardisierte Terminkontrakte. Durch den Kauf eines Futures erwirbt ein Anleger die Pflicht, einen Basiswert zu einem zuvor festgelegten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Wie funktionieren Hebelzertifikate

In der Regel möchten Anleger aber nicht tatsächlich in den Besitz des Basiswertes kommen, sondern lediglich an dessen Preisveränderung partizipieren. Daher muss die Position rechtzeitig vor dem Erfüllungstermin geschlossen werden, um die Pflicht zur Erfüllung zu umgehen.

Die Schließung einer Position erfolgt durch das Eingehen eines entsprechenden Gegengeschäfts. Futures erfreuen sich auch deswegen wachsender Beliebtheit, da zur Positionseröffnung nicht der volle Kontraktwert gezahlt werden muss. Stattdessen wird nur die sogenannte Initial Margin benötigt, die ein Bruchteil des ursprünglichen Wertes ist. Dadurch können Anleger auch mit verhältnismäßig kleinem Anlagebudget am Futures-Handel teilnehmen und trotzdem vollständig an Kursveränderungen partizipieren. Hierfür sorgt der aus der Margin resultierende Hebel.

Solange der Markt in die richtige Richtung läuft, erweist sich diese Funktionsweise als äußerst vorteilhaft für Anleger. Allerdings dürfen sie nicht vergessen, dass die Hebelwirkung auch einsetzt, wenn sich der Markt entgegen der Erwartungen entwickelt. So kann es bei einigen Brokern zur Nachschusspflicht kommen, wenn die initial hinterlegte Margin aufgebraucht ist.

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Wie funktionieren Hebelzertifikate im Unterschied zu Futures?

Hebelzertifikate weisen grundsätzlich einige Gemeinsamkeiten mit Futures auf, allerdings auch den einen oder anderen entscheidenden Unterschied. Was sind Hebelzertifikate? Diese könnten auch als Futures bezeichnet werden, die allerdings börsennotiert sind und bei denen keine Nachschusspflicht besteht. Erstgenannter Unterschied führt dazu, dass Hebelzertifikate wie jedes andere Wertpapier an der Börse gehandelt werden können. Anleger müssen sich dazu nicht bei einem spezialisierten Broker anmelden, wie dies bei Futures beispielsweise der Fall ist. Damit ist die Frage „Wie werden Hebelzertifikate gehandelt?“ zunächst geklärt. Entscheidend ist für viele Anleger jedoch die Tatsache, dass bei Hebelzertifikaten keine Nachschusspflicht besteht.

Dadurch beschränkt sich der maximale Verlust auf die Margin, die bei der Positionseröffnung gezahlt wurde. Auf der anderen Seite stehen die Gewinnmöglichkeiten, denen grundsätzlich kein Limit nach oben gesetzt ist. Wie funktionieren Hebelzertifikate? Um eine Nachschusspflicht für Anleger zu verhindern, versieht jeder Emittent eines Hebelzertifikats dieses mit einer Knock-Out-Schwelle.

Was sind Hebelzertifikate

Von dieser leitet sich der Name „Knock-Out-Zertifikate“ ab. Sobald der Wert des Hebelzertifikats diese Schwelle erreicht hat, wird gewissermaßen automatisch die Reißleine gezogen und das Zertifikat verfällt wertlos. Die Schwelle ist nicht zufällig gesetzt sondern, entspricht dem aktuellen Kurs abzüglich der Margin, die durch den Käufer gezahlt werden muss.

Dieser Preisunterschied wird auch als der „innere Wert“ des Futures bezeichnet, die Knock-Out-Schwelle ist vergleichbar mit einer integrierten Stop-Loss-Order. Neben der Margin müssen Anleger zusätzlich noch Gebühren beim Kauf eines Hebelzertifikats bezahlen, die jedoch verhältnismäßig gering ausfallen. Dadurch wird der Emittent entlastet, der zum einen den Positionswert übernimmt, der durch die Margin nicht abgedeckt wird, und für den zum das Gap-Risiko besteht.

Bekanntermaßen können Kurslücken entstehen, durch die der Kurs plötzlich rapide abfällt, im schlimmsten Fall sogar deutlich unter die Knock-Out-Schwelle. Dieses Risiko wird durch Hedging seitens des Emittenten minimiert, ansonsten müsste dieser den gesamten Verlust, der durch einen Gap entsteht, selbst tragen.

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Wie kauft man Hebelzertifikate?

Wenn Anleger die Funktionsweise von Hebelzertifikaten verstanden haben, sollten sie sich im nächsten Schritt die Frage stellen: „Wie kaufe ich Hebelzertifikate?“. Wie zuvor bereits erwähnt, ist dies für Interessenten mit wenigen Mühen verbunden. Hebelzertifikate können wahlweise an einer Börse oder direkt beim Emittenten im außerbörslichen Handel erworben werden. Anlegern steht es dabei offen, ob sie den Handel über ihre Hausbank, einen Discount-Broker oder eine Direktbank abwickeln.

Hebelzertifikate was ist das

Zuvor sollten sie in jedem Fall einen ausführlichen Vergleich durchführen, insbesondere im Hinblick auf die Handelskosten. Ob ein Zertifikat börslich oder außerbörslich gehandelt werden kann, hängt oftmals mit der Größe des Emittenten zusammen. Hierbei handelt es sich oftmals um Banken. Bei großen Emittenten können Zertifikate direkt erworben werden, bei kleineren müssen Anleger in der Regel den Umweg über die Börse nehmen.

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