Futures oder CFDs handeln: Vorteile, Nachteile und Unterschiede

Futures oder CFDs handeln

Futures oder CFDs handeln

Eine nahe liegende Alternative zu Futures sind Differenzkontrakte. Viele CFD Broker bieten CFD Futures an. Vor allem durch im Vergleich zum Handel des Originals an Terminbörsen deutlich geringere Kontraktgrößen können CFDs Vorteile bieten. Im Hinblick auf die effektiven Kosten des Handels und die Transparenz überwiegen dagegen auf Seiten der Futures Vorteile. Ein Vergleich zwischen „echten Terminkontrakten“ und CFDs.

Zu den größten Schwierigkeiten im Futures Handel für Privatanleger zählen die oft sehr großen Kontraktgrößen. Der Terminkontrakt auf den Deutschen Aktienindex DAX sieht zum Beispiel einen Kontraktwert von 25 € pro Indexpunkt vor. Bei einem Indexstand von 9000 Punkten entspricht das einem Gegenwert von 225.000 €, so dass die zu erbringende Sicherheitsleistung bis weit in den fünfstelligen Bereich hineinreichen kann – für einen einzigen Kontrakt. CFD Broker übernehmen in der Losgrößentransformation eine wichtige Rolle, indem sie CFDs auf die großen Terminkontrakte mit weitaus geringeren Kontraktgrößen auflegen.

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Geringere Kontraktgrößen: Sind CFD Futures für Privatanleger?

CFD-HandelSo können zum Beispiel CFD Kontrakte auf den DAX bereits ab einem Euro pro Indexpunkt eröffnet werden. Ein weiterer Vorteil: die meisten CFD Broker legen Endloskontrakte auf, so dass sich Anleger nicht um das Verfallsdatum und den ggf. notwendigen Wechsel in den nächstfälligen Kontrakt kümmern müssen. Die Broker rollen die Differenzkontrakte zumeist einige Tage vor dem Fälligkeitstermin des zugrundeliegenden Futures automatisch in den Future mit der darauf folgenden Fälligkeit.

Das muss allerdings nicht zwingend ein Vorteil sein. Wer in Differenzkontrakten auf Futures investiert ist, sollte rechtzeitig vor dem Rolltermin einen Blick auf die Terminmarktkurve des gehandelten Basiswertes werfen. Je nach Anlageklasse und Marktsituation kann diese sehr stark ansteigen. Das führt zu hohen Rollkosten, weil der nächst fällige Kontrakt zu einem deutlich geringeren Preis glattgestellt wird als der Folgekontrakt bei der Eröffnung kostet – diese Eigenschaft der Terminmärkte gilt auch für CFD Futures.

Diese in überschaubarem Umfang vollkommen gewöhnliche Situation wird an den Finanzmärkten als Contango bezeichnet. Die gegenteilige Situation, bei der die Terminpreise der Zukunft niedriger liegen als die Preise der Gegenwart wird als Backwardation bezeichnet. Backwardation tritt vor allem bei Rohstoffmärkten auf und führt zu negativen Rollkosten, d.h. Anleger verdienen mit dem Rollvorgang Geld. Nichtsdestotrotz: Trader müssen sich auch dann mit den Besonderheiten des Terminmarktes befassen, wenn nur indirekt über den Umweg von Differenzkontrakten in Futures investiert wird.

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Futures bieten mehr Transparenz als CFDs

HandelsangebotDen Vorteilen geringerer Kontraktgrößen und automatisierter Rollvorgänge auf Seiten der Differenzkontrakte stehen die für diese Instrumente typischen Nachteile gegenüber. Der Handel mit Differenzkontrakten erfolgt grundsätzlich außerbörslich, so dass keine transparente und behördlich überwachte Regulierung des Handels stattfindet. Anleger müssen das Geschäftsmodell ihres Brokers erraten und daraus Rückschlüsse auf mögliche Interessenskonflikte ziehen. Das Marktmodell eines Brokers zählt zu den wichtigsten Kriterien beim CFD Broker Vergleich.

So treten viele Broker als Market Maker auf. Market Maker treten selbst in die Gegenposition zu ihren Kunden und gehen short wenn diese long gehen et vice versa. Im besten Fall besteht das Geschäftsmodell dieser Broker darin, die hausinternen Positionen zu Marktpreisen der Referenzbörse zunächst zu saldieren und durch Spreads und Gebühren einen Deckungsbeitrag zu erwirtschaften.

Dann fallen die Kosten zwar höher aus als bei anderen Marktmodellen, einen kritischen Interessenkonflikt gibt es dann jedoch noch nicht. Dieser tritt aber spätestens auf, wenn der Broker darauf verzichtet überhängende Nettopositionen am Finanzmarkt abzusichern und sie auf eigenes Risiko in die Bücher nimmt. Dann handelt der Broker gegen seine Kunden und gewinnt, wenn diese verlieren. Es ist allerdings bei MM grundsätzlich immer zu befürchten, dass Kurse nicht zugunsten der Anleger gestellt werden. Es handelt sich nicht um börslich festgestellte Kurse, sondern um außerbörsliche Vertragsabschlüsse zwischen Broker und Kunde.

Um derlei Interessenkonflikte auszuschließen ist allerdings nicht zwingend der Handel an einer Börse notwendig. Einige Broker konstruieren Differenzkontrakte so, dass die Transparenz mit dem Handel an der Referenzbörse absolut vergleichbar ist und Interessenkonflikte ausgeschaltet werden. Dem Handel bei diesem Programm liegt ein DMA-Modell zugrunde. Der Broker platziert im eigenen Namen die vom Kunden erhaltene Order im Orderbuch der Referenzbörse und erstellt sofort nach der Ausführung einen Differenzkontrakt zwischen sich und seinem Kunden. Der Kunde kann die Order selbst in ein gespiegeltes Orderbuch einstellen und ihre Ausführung verfolgen.

cfds oder futures: was ist besser?

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Unterschiede bei Dividenden und Finanzierungskosten

kostenDie Kombination von DMA-Marktmodellen mit im Vergleich zu den amtlichen Kontraktspezifikationen verringerten Kontraktgrößen gestaltet sich allerdings schwierig und wird in der Praxis selten umgesetzt, so dass CFDs Nachteile des Terminmarktes wiederum nicht neutralisieren. Viele Broker kommen ihren Kunden jedoch entgegen und lassen zu den Kursen der Referenzbörse handeln, die im Detail dokumentiert werden und für jedermann öffentlich einsehbar sind. Auch derartige Marktmodelle sind transparent und können für Privatanleger eine sinnvolle Alternative zu Futures darstellen.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Futures und CFDs betrifft die Behandlung von Dividenden und Finanzierungskosten. Der Inhaber eines Futures zahlt keine direkten Finanzierungskosten. Diese ergeben sich vielmehr aus den „Cost of Carry“, die in einem Aufschlag des Terminpreises gegenüber dem Kassapreis bestehen. Die Preisdifferenz schmilzt zum Laufzeitende des Futures hin immer weiter ab, so dass Terminmarktpreis und Kassapreis am Fälligkeitstag des Futures identisch sind. Bezieht sich ein Differenzkontrakt auf einen Future sollten anders als bei CFDs auf Kassamärkte ebenfalls keine Finanzierungskosten anfallen. Einige Broker verlangen diese dennoch.

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Futures sind die erste Wahl, CFDs eine gute Alternative

Wie während der Laufzeit eines Kontaktes ausgeschüttete Dividenden behandelt werden hängt von den Vertragsbedingungen des Brokers bzw. den Kontraktspezifikationen der Terminbörse ab. Typischerweise werden Dividenden an die Inhaber von Long-CFD- Positionen ausgezahlt, während der Kurs des Basiswertes am selben Tag (und damit auch der Kontrakt an sich) um den ausgeschütteten Betrag sinkt. Bei einem Kontrakt auf den DAX-Performance Index (ganz gleich ob CFD oder Future) spielt es allerdings keine Rolle, weil ausgeschüttete Dividenden ohnehin neu in den Index eingerechnet werden.

CFDs können so mit den richtigen Rahmenbedingungen eine sehr gute zweite Wahl im Vergleich zu Futures sein. Letztere sind aber stets die bestmögliche Lösung, wenn die Kontogröße es denn zulässt und mit einem Futures Broker Vergleich ein Anbieter mit günstigen Gebühren für die hauptsächlich zu handelnden Kontrakte gefunden wird. Futures werden immer unter börslicher Überwachung gehandelt – Trader müssen sich keine Gedanken über die wahren Motive ihres Brokers machen. Außerdem ist der Handel meistens kostengünstiger, wenn neben den Kommissionen auch Aufschläge auf die Geld/Brief-Spannen des Referenzmarktes berücksichtigt werden. Die wesentlichen Futures Nachteile betreffen letztlich nur Privatanleger, die nicht die primäre Zielgruppe von Terminbörsen darstellen. Die spiegelbildliche Konstruktion zu CFD Futures, also eine solche bei der im Unterschied Futures CFDs abbilden, gibt es nicht umsonst nirgends.

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