Neue Broker mit schlankem Geschäftsmodell

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 24.06.2020


Vor einiger Zeit sind in Deutschland einige interessante Broker mit einem etwas ungewöhnlichem Geschäftsmodell auf den Markt gekommen, die mittlerweile auch unter dem Begriff „Neo-Broker“ zusammengefasst werden. Weitere Broker mit ähnlichen Konzepten stehen bereits in den Startlöchern. Zu den bekanntesten dieser jungen Broker gehören Trade Republic, Gratisbroker, justTRADE und Smartbroker.

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Handel zu günstigen Preisen

Diese jungen Broker zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Handel zu besonders günstigen Ordergebühren anbieten könnten. Doch günstige Preise allein machen noch keinen guten Broker aus. Daher ist ein gründlicher Brokervergleich weiterhin ratsam. Um die sehr günstigen Preise anbieten zu können, arbeiten die vier jungen Broker mit im Vergleich zur Konkurrenz sehr schlanken Strukturen.

Das Handelsangebot ist reduziert und in der Regel wird nur eine Handelsplattform angeboten. Dazu kommt, dass auch Weiterbildungsangebote oder bestimmte Serviceleistungen nur sehr eingeschränkt angeboten werden. Die neuen Broker konzentrieren sich auf wenige Handelsinstrumente, stellen sich bei diesen aber sehr hochwertig auf und können einen fast kostenlosen Handel anbieten. Zudem arbeiten die Broker mit bekannten Partnern zusammen, was ein Hinweis auf die Seriosität ist.

Handel oft nur per App oder PC

Ein erster Punkt, der zur Verschlankung der gesamten Strukturen beiträgt, ist, dass die neun Broker zum Teil bewusst auf eine Desktop-Variante ihrer Handelsplattform verzichten und nur den Handel per App anbieten. Trade Republic konzentriert sich ausschließlich auf den Handel per App, während Smartbroker und Gratisbroker nur eine Desktop-Plattform anbieten. Lediglich justTRADE bietet beide Wege an. Gratisbroker könnte bald eine App anbieten.

Das Handelsangebot ist im Vergleich zur Konkurrenz zwar deutlich reduziert, durch das Setzen von Schwerpunkten und die günstigen Gebühren allerdings für viele Trader attraktiv. CFDs und Währungen werden bislang noch von keinem der genannte Broker angeboten, was sich aber in Zukunft ändern könnte. Daher könnte es für viele Trader interessant sein, die weitere Entwicklung der jungen Anbieter zu verfolgen und diese früher oder später bei einem Brokerwechseln in Betracht zu ziehen.

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Schwerpunkte beim Handelsangebot

Trade Republic und justTRADE haben den Fokus auf ETFs gelegt, bieten aber keine Fonds an. Fonds können aber bei Gratisbroker und Smartbroker gehandelt werden. Der Smartbroker bietet auch etwa 1.600 Sparpläne an, was bei Gratisbroker und justTRADE nicht der Fall ist. Denkbar ist, dass alle Broker nach einem erfolgreichen Start rasch ihr Angebot ausbauen werden und auch neue Handelsklassen einbeziehen.

Aktien sind bei justTRADE und Trade Republic mit einer Auswahl von etwa 7.300 Wertpapieren handelbar. Smartbroker bietet seinen Tradern an, alle Aktien und ETFs der kooperierenden Börsen zu handeln. Insbesondere im ETF-Handel arbeiten die jungen Anbieter mit bekannten Emittenten zusammen.

Der Smartbroker bietet schon jetzt über 18.000 Fonds an. Derivate können über die angebotenen Börsen gehandelt werden. Auch justTRADE setzt auf Derivate. Legen Trader ihren Schwerpunkt vor allem auf CFDs und Forex, so kommen diese Broker bisher noch nicht infrage. In diesem Fall ist bei der Suche nach einem neuen Broker in jedem Fall ein genauer Brokervergleich notwendig.

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Mehrere Börsen zur Auswahl

Interessant bei den neuen Brokern ist die Auswahl an Handelsplätzen. Hier sticht das Angebot von Smartbroker heraus, denn dort kann nicht nur an allen deutschen Börsen, sondern auch bei 19 Börsen im Ausland gehandelt werden. Dazu kommen Xetra, Tradegate, gettex und Lang & Schwarz.

Seit kurzem sind Orders ab 500 Euro bei gettex kostenlos. Der Handel bei Lang & Schwarz kostet nur einen Euro pro Order. JustTRADE ermöglicht den Handel über Quotrix und die LS Exchange. Diese ist auch bei Trade Republic im Angebot. Gratisbroker arbeitet bisher nur mit gettex zusammen.

Beim Gratisbroker ist auch kein außerbörslicher Handel möglich. Smartbroker konnte hier dagegen schon 16 bekannte Partner gewinnen. Nach dem erfolgreichen Start des Brokers sind dieser auch an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Trade Republic und justTRADE arbeiten zwar mit weniger Emittenten zusammen, diese haben jedoch einen bekannten Namen. Zudem sind die Handelszeiten an den angebotenen Börsen sehr lang.

Besonders günstige Gebühren

Aller vier Broker können besonders niedrige Gebühren anbieten. Gratisbroker und justTRADE erheben keine Gebühren für die Ausführung einer Order, arbeiten aber im Gegensatz zu den beiden anderen genannten Anbietern mit einem Mindestvolumen von 500 Euro. Bei Trade Republic muss pro Order ein Euro gezahlt werden. Der Smartbroker arbeitet mit einer pauschalen Ordergebühr von vier Euro, hat aber die Preise kürzlich teilweise gesenkt. Bei einigen Partnern im außerbörslichen Handel sowie bei gettex sind Orders ab einem Volumen von 500 Euro kostenlos.

JustTRADE und Smartbroker erheben, wie auch einige andere Anbieter, Negativzinsen von 0,5 Prozent, was gerade bei hohen Kontoständen ein Nachteil ist. Auch für Leistungen wie die Eintragung von Namensaktien können Kosten anfallen.

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Absicherung durch bekannte Partner

Beim Thema Sicherheit zeigen sich die jungen Broker sehr zuverlässig. Bei der Kontoführung arbeiten sie mit bekannten Banken zusammen und die Einlagensicherung beträgt mindestens 90.000 Euro. Trade Republic verfügt auch über eine Banklizenz. In diesem Jahr schnitten die jungen Broker bei der Brokerwahl, an der sie zum ersten Mal teilnahmen, allesamt gut ab.

Etwas ungewöhnlich ist das Vorgehen bei Login und Registrierung. Ein besonderer Fokus liegt hier auf der Nutzerfreundlichkeit. Diese Aspekte sind aber ebenso wie die Kosten immer nur ein Teil des Gesamtbildes. Vor der Entscheidung für einen Broker sollten Trader in jedem Fall einen Brokervergleich durchführen und sich die infrage kommenden Broker sehr genau anschauen.

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Anforderungen von Tradern verschieden

Allerdings kommt nicht jeder Broker für jeden Trader infrage, denn jeder Trader stellt unterschiedliche Anforderungen an Anbieter. Im Idealfall wissen Trader sehr genau, welche Ziele sie mit dem Trading erreichen wollen. Damit verbunden sind auch Antworten auf Fragen wie die Höhe des Startkapitals, dem Anlagehorizont und die Wahl der besten Handelsinstrumente. Sind sich Trader über diese Fragen bewusst, können sie gezielt einen Broker suchen, der zu ihren Anforderungen passt. Ein Broker wird auf jeden Fall benötigt, denn Privatpersonen haben selbst keinen Zugang zur Börse. Der Broker verbindet damit Börse und Trader.

Da bei vielen Broker die Depotgebühren entfallen, ist es umso wichtiger, zu wissen, welche Kosten bei einer Order auf sie zukommen. Vor allem sehr aktive Trader sind hier an geringen Kosten interessiert. Jede zusätzliche Gebühr mindert letztendlich den Gewinn. Broker verdienen letztendlich an ihrer Vermittlung von Tradern an eine Börse und verlangen für diese Dienstleistung Gebühren. Die oben genannten neuen Broker gehen einen sehr untypischen Weg. Üblich sind Orderkosten, die prozentual von der Orderhöhe abhängen oder als Festpreis gezahlt werden müssen.

Viele Broker am Markt

In Deutschland sind zahlreiche Broker am Markt. In den letzten Jahren kamen zu Banken und Direktbanken immer mehr spezialisierte Online-Broker mit Sitz in der EU dazu. Mit den Neo-Brokern stehen nun Anbieter mit einem innovativen Geschäftsmodell in den Startlöchern. Umso wichtiger ist ein genauer Brokervergleich.

Viele Broker können ohnehin Kosten einsparen, weil viele Aufgaben im Trading heute online abgewickelt werden, was letztendlich Personal- und Verwaltungskosten einspart. Depotgebühren entfallen daher oft. Trader werden in der Regel über die Handelsplattform selbst aktiv. Bei vielen Brokern wird beispielsweise keine Anlageberatung geboten. Daher gilt der Handelsplattform bei der Wahl eines neuen Brokers viel Aufmerksamkeit. Im besten Fall wird die Plattform über ein Demokonto getestet.

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Handelsplattform testen

Trader können so prüfen, wie sie mit der Software zurechtkommen und auch die Sicherheit der Plattform testen. Die SSL-Verschlüsselungstechnik sollte heute Standard sein. Die Plattform ist des Weiteren im besten Fall sehr benutzerfreundlich und auch bei hohen Nutzerzahlen noch immer erreichbar. Eine App gibt Tradern Flexibilität, damit sie auch von unterwegs handeln können. Die neuen Broker verzichten hier auf umfangreiche Angebote und bieten oft nur entweder eine App oder eine Desktop-Version an. Trader sollten daher prüfen, ob diese Handelsmöglichkeiten für sie der richtige Weg sind.

Zudem werden seriöse Broker mit Sitz in der EU ebenso wie ihre Partner wie Banken und Emittenten von den zuständigen Finanzbehörden reguliert und überwacht. Broker stellen zudem oft Schulungsmaterialien zur Verfügung, was für viele Trader ein entscheidender Faktor bei der Wahl eines Brokers ist. Auch Indikator-Pakete, Kurse in Echtzeit und ein gut erreichbarer Kundenservice sind für viele Trader entscheidende Aspekte. Vieles davon ist bei den neuen Broker nicht der Fall, sie verzichten beispielsweise auf ausführliche Schulungsmaterialien. Daher sollten Trader gut prüfen, ob dies für sie ausreicht.

Fazit: Junge Broker mit schlankem Geschäftsmodell

Vor einiger Zeit sind mit Smartbroker, Gratisbroker, Trade Republic und justTRADE neue Broker auf den Markt gekommen, die mit sehr günstigen Preisen aufwarten. Dies ist unter anderem über sehr schlanke Prozesse und Strukturen möglich. Sie konzentrieren sich beispielsweise nur auf ein bestimmtes Handelsangebot. Forex und CFDs werden bisher noch nicht angeboten, was sich aber in Zukunft ändern könnte.

Im Rahmen eines Brokervergleichs lohnt sich möglicherweise auch ein Blick auf diese jungen Broker. Trader sollten aber gut prüfen, ob der Verzicht auf viele Angebote für sie wirklich infrage kommt. Bei einem Brokervergleich sind nicht nur die Kosten wichtig, auch Aspekte wie der Kundenservice und die Handelsplattform sollten einbezogen werden. Zudem hat jeder Trader unterschiedliche Anforderungen. Daher kommt nicht jeder Broker für jeden Trader infrage.

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