Wann Aktien nachkaufen? – Die Gründe für einen Nachkauf im Detail beleuchtet!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 31.10.2019


Anleger, die hauptsächlich in Aktien investieren, denken regelmäßig über das Nachkaufen von Aktien nach, die sich bereits in ihrem Portfolio befinden. Am häufigsten ist dies der Fall, wenn der Kurs der Aktie zuvor unter den ursprünglichen Kaufpreis des Bestands im Depot gefallen ist. Aber auch nach einem erheblichen Kursanstieg denken Anleger gelegentlich über den Nachkauf von Aktien nach.

Nachfolgend möchten wir daher betrachten, welche Beweggründe Anleger zu diesem Schritt haben. Außerdem wird erklärt, wann Aktien nachkaufen tatsächlich sinnvoll ist. Denn unter Umständen kann es durchaus passieren, dass Anleger dadurch beträchtliche Summen verlieren. Um diesem Szenario zu entgehen, sollten sie sich vor dem Aktiennachkauf zunächst mit allen Eventualitäten auseinandersetzen.

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Wann sollte man Aktien nachkaufen?

Wie eingangs bereits angedeutet, können insbesondere zwei Situationen eintreten, die Anleger zu einem Nachkauf von Aktien bewegen. Zunächst beschäftigen wir uns mit der Situation, dass ein Anleger bereits Aktien eines bestimmten Unternehmens erworben hat und diese in der Folge an Wert verlieren. Er hat nun mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann er die Position umgehend schließen, um dadurch weiteren Verlust zu vermeiden. In der Folge kann sich der Anleger auf andere Unternehmen konzentrieren. Diese Maßnahme wird sich in vielen Fällen wahrscheinlich als richtige Wahl erweisen.

Allerdings besagt eine vielzitierte Börsenweisheit auch, dass man Aktien, die man verkauft, wenn sie fallen, nicht mehr hat, wenn sie steigen. Viele Anleger entscheiden sich daher für das Aussitzen dieser Schwächephase, um sich so die Chancen auf einen späteren Kursanstieg zu bewahren. Dies wird gelegentlich durch eine Kurswende oder hohe Kurssprünge belohnt, die die Aktie wieder in die Gewinnzone hieven. Damit einher geht jedoch das Risiko, dass die Aktie weiter abstürzt, anstatt sich zu erholen. Immerhin entstehen keine Kosten, da die Aktien ja ohnehin bereits im Depot vorhanden sind.

Wann Aktien nachkaufen

Neben Verkaufen und Aussitzen gibt es noch eine dritte Möglichkeit für Anleger: das Nachkaufen der Aktien. Wann nachkaufen sinnvoll ist oder nicht, erklären wir nachfolgend im Detail. Auf den ersten Blick bietet das Nachkaufen von Aktien zahlreiche Vorteile für Anleger. Sie können weitere Aktien unterhalb des Einstandskurses nachkaufen, wodurch der durchschnittliche Kaufpreis aller Aktien dieses Unternehmens im Depot sinkt. In diesem Zusammenhang spricht man auch von „Verbilligen“. Die Hoffnung liegt darin, dass sich ein Kursanstieg anschließend doppelt lohnt und sowohl mit dem ursprünglichen Aktienpaket als auch mit dem Nachkauf ein Gewinn erzielt wird.

Allerdings vergessen viele Anleger dabei, dass sie bei einer solchen Strategie zunächst einmal auf die Verlierer in ihrem Depot setzen. Es gibt keinerlei Garantie dafür, dass sich der Kurs erholt und die Aktien mit Gewinn veräußert werden können. Im schlimmsten Fall verlieren Anleger durch den Nachkauf also noch deutlich mehr Geld. Wann Aktien nachkaufen absolut nicht sinnvoll ist, ist in dem Moment, in dem Gewinnpositionen geschlossen werden müssen, um den Kauf finanzieren zu können. Anleger trennen sich in diesem Moment von Gewinnern, um weiter in Verlierer investieren zu können. Selbst absolute Börsenneulinge müssen erkennen, dass dies langfristig keine sonderlich nachhaltige Strategie ist.

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Aktien: wann nachkaufen – und wann nicht?

Erholt sich eine Aktie nach einem Kursverlust oder nicht? Dies ist die zentrale Frage, die sich jeder Anleger stellt, der über das Aktien nachkaufen nachdenkt. Das Problem dabei ist, dass niemand in die Zukunft sehen kann. In der Vergangenheit gab es sicher hunderte Fälle, in denen ein Nachkauf im Nachhinein Sinn gemacht hätte, Anleger sich aber für ein Schließen der Position entschieden haben. Immerhin ist es ihnen damit aber besser ergangen als allen, die Aktien nachgekauft haben, der Wert in der Folge weiter ins Bodenlose abgerutscht ist.

Wann also Aktien nachkaufen und wann verkaufen? Grundsätzlich gilt, dass die Entscheidung zum Nachkauf oder Verkauf stets unabhängig vom Kurs getroffen werden sollte. Entscheidend ist die Bewertung des Unternehmens und diese muss vor einem erneuten Kauf neu vorgenommen werden. Denn ein Kursverlust kann durch mehrere Faktoren entstanden sind. So können sich bei einem Unternehmen beispielsweise fundamentale Daten verändern, die für den Anleger auf den ersten Blick zunächst nicht erkennbar sind. Eine neue, fundamentale Analyse hilft in diesem Moment herauszufinden, ob ein Nachkauf zu rechtfertigen ist. Anleger müssen bedenken, dass es das oben bereits angesprochene Verbilligen in der Praxis eigentlich nicht gibt. Sie können nicht zweimal zu einem unterschiedlichen Preis ein und dasselbe Unternehmen erwerben.

Aktien wann nachkaufen

Wann sollte man Aktien nachkaufen? Abschließend bleibt festzuhalten, dass es nur wenige Situationen gibt, in denen ein Nachkauf tatsächlich Sinn ergibt. Grundsätzlich sollte dies immer im Rahmen einer Strategie geschehen. Blindes Nachkaufen, weil das Unternehmen gerade günstig ist, führt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum Erfolg. Wann Aktien nachkaufen weiterhin zum Einsatz kommt, ist im Rahmen eines Sparplans. In der Regel wird hierbei jedoch nicht in Einzelaktien investiert, sondern das Risiko über einen Fonds diversifiziert.

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