CFD Broker mit und ohne Nachschusspflicht

By | 3. Juli 2015

Beim CFD Handel werden viele Trader früher oder später mit der sogenannten Nachschusspflicht konfrontiert. Diese legt fest, dass der Trader zusätzliches Kapital einzahlen muss, sofern die Sicherheitsleistung (Margin) durch Verluste unterschritten wird. Diese Verluste können beispielsweise einem fehlenden Risikomanagement oder auch einem sogenannten Slippage zugrunde liegen und im schlimmsten Fall sogar das eingezahlte Kapital des Kunden übersteigen. Damit Ihnen ein solches Schicksal erspart bleibt, liefern wir Ihnen hier die wichtigsten Infos zur CFD Nachschusspflicht im Detail.

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Inhaltsverzeichnis

  • Fakten zur CFD Nachschusspflicht im Überblick
  • 1. Was ist die CFD Nachschusspflicht?
  • 2. Broker ohne Nachschusspflicht im Überblick
  • 3. Beispiel zur Nachschusspflicht: Schweizer Franken
  • 4. Risikomanagement zentraler Bestandteil einer jeden Handelsstrategie
  • 5. Demokonto als Einstiegshilfe
  • 6. Unsere 3 Tipps für das richtige Risikomanagement
  • 7. Fazit: Traden mit Nachschusspflicht oder ohne?

Fakten zur CFD Nachschusspflicht im Überblick

  • Unterschreitet das Kapital die Maintenance Margin, entsteht der Margin Call
  • Kunden müssen Positionen in diesem Fall schließen oder sofort zusätzliches Kapital nachschießen
  • Reagiert der Kunde nicht, schließt in der Regel der Broker fragliche Positionen
  • Trotzdem kann der Verlust die Einlage des Kunden überschreiten, beispielsweise durch Slippage

1. Was ist die CFD Nachschusspflicht?

CFD-HandelUm Hebelprodukte wie CFDs handeln zu können, müssen Trader eine gewisse Sicherheitsleistung auf ihrem Handelskonto hinterlegen, die auch als Margin bezeichnet wird. Die Maintenance Margin, also die Margin, die nötig ist, um dem CFD Handel mit Hebelwirkung nachgehen zu können, darf dabei keinesfalls unterschritten werden – sonst entsteht der Margin Call.

Im Rahmen des Margin Calls werden Trader, deren Guthaben unter den Margin-Level gesunken ist, sofort per E-Mail und/oder SMS darüber informiert, dass sie sofort zusätzliche Liquidität bereitstellen müssen, um weiterhin handeln zu können. Alternativ dazu können sie offene Positionen auch manuell schließen und daraufhin zusätzliches Kapital einzahlen – dies ist beispielsweise dann von Vorteil, wenn man seine Einzahlung per Banküberweisung vornimmt und dabei mehrere Tage warten müsste, bevor das benötigte Geld auf dem Konto eingeht.

XTB Demokonto Überblick

Das XTB Demokonto im Überblick

Reagiert der Trader allerdings nicht auf den sogenannten Margin Call, werden Positionen vom Broker selbst geschlossen. Dieser entscheidet sich dabei in der Regel dafür, Positionen auf Finanzprodukte auszuwählen, die eine besonders hohe Margin erfordern. Trotzdem kann auch trotz Einschreiten des Brokers der Verlust die Einlage des Kunden übersteigen – dies ist besonders häufig bei Slippage der Fall, die beispielsweise übers Wochenende auftreten können: Angenommen, Sie eröffnen eine Long-Position auf den DAX – diese schließt am Freitagabend bei 9.000 Punkten. Über das Wochenende hinweg geschehen wichtige und unvorhersehbare Ereignisse in der Welt, die den Kurs des DAX im Laufe des Wochenendes auf 8.200 Punkte sinken lassen – am Montagmorgen haben Sie demnach quasi über Nacht einen unaufhaltbaren Verlust von 800 Punkten gemacht.

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In einem solchen Fall kann es schnell geschehen, dass Sie plötzlich in den Margin Call geraten oder dass Ihr hinterlegtes Kapital sogar schon komplett aufgefressen wurde – und um solche Situationen zu vermeiden sichern sich viele Trader entweder durch einen Garantierten Stop ab oder sie entscheiden sich gleich für einen CFD Broker ohne Nachschusspflicht.

Die Nachschusspflicht entsteht für den Trader dann, wenn seine Maintenance Margin durch zu große Verluste unterschritten wurde – in diesem Fall muss entweder sofort zusätzliches Kapital eingezahlt oder offene Positionen geschlossen werden. Reagiert der Trader auf den sogenannten Margin Call nicht, wird der Broker die Schließung offener Positionen in die Hand nehmen – sinkt der Kurs allerdings beispielsweise unaufhaltsam übers Wochenende, kann auch der Broker selbst nicht reagieren, weshalb die Verluste des Kunden unter Umständen sogar dessen Einlage übersteigen können.
Zusätzliches Kapital bei der Nachschusspflicht

Gerät der Trader in Nachschusspflicht, muss zusätzliches Geld her

2. Broker ohne Nachschusspflicht im Überblick

OptionsscheineNicht viele Broker ermöglichen Ihren Kunden den CFD Handel ohne Nachschusspflicht, weshalb wir Ihnen hier auch nur drei verschiedene CFD Broker ohne Nachschusspflicht vorstellen können.

In erster Linie konnten wir im Broker Vergleich festhalten, dass das beliebte UnternehmenPlus500“ den Handel von CFD ohne Nachschussflicht ermöglicht. Dabei profitieren Kunden von einem umfangreichen Basiswerteangebot, das Aktien, Rohstoffe, Indizes und Währungen umfasst, die zu einem maximalen Hebel von 200:1 gehandelt werden können. Darüber hinaus überzeugt Plus500 auch durch sein umfangreiches Bonusangebot, das sowohl einen No-Deposit-Bonus von 25 Euro als auch einen Einzahlungsbonus von bis zu 7.000 Euro umfasst.

Das CFD-Angebot von Plus500

Plus500 überzeugt durch zahlreiche Vorteile

Auch das irische Unternehmen AvaTrade ermöglicht den CFD Handel ohne Nachschusspflicht: Kunden profitieren dabei gleichermaßen von variablen wie auch von festen Spreads sowie von einem Neukundenbonus von bis zu 10.000 Euro, einer geringen Mindesteinzahlung von nur 100 Euro und einem umfangreichen Bildungsangebot, das insbesondere unerfahrene Einsteiger anspricht. Zu guter Letzt überzeugt auch die große Auswahl an verfügbaren Handelsplattformen bei AvaTrade selbst den skeptischsten Händler: Der AvaTrader geht hier mit AvaOptions sowie mit dem MetaTrader 4 in verschiedenen Variationen, einem WebTrader, einem MacTrader, einem Mobile Trader und verschiedenen Lösungen für den automatisierten Handel einher.

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Zu guter Letzt überzeugt auch der deutsche Anbieter Comdirect mit einem kostenfreien und unverbindlichen Demokonto, das der Kunde nutzen kann, um erste Erfahrungen mit dem CFD Trading bei Comdirect zu sammeln. Auch eine große Auswahl an Ordertypen zur Risikominimierung sowie das umfangreiche Basiswerteangebot des Unternehmens konnte im Test überzeugen.

In unserem Vergleich konnten wir drei verschiedene Broker beleuchten, die allesamt als CFD Broker ohne Nachschusspflicht auftreten. Dazu gehört in erster Linie Plus500: Das Unternehmen zeichnet sich durch ein umfangreiches Basiswerteangebot und attraktive Boni aus. Indes ermöglicht auch der irische Anbieter AvaTrade den CFD Handel ohne Nachschusspflicht in Verbindung mit einer geringen Mindesteinlage, zahlreichen verfügbaren Handelsplattformen und einem umfangreichen Bildungsangebot. Zu guter Letzt konnte auch Comdirect durch ein kundenfreundliches Demokonto sowie durch eine große Auswahl an Ordertypen überzeugen.
XTB Produktangebot

Das vielfältige Produktangebot von XTB

3. Beispiel zur Nachschusspflicht: Schweizer Franken

Wie stark sich die Naschschusspflicht bei einem Broker im drastischsten Fall auf das eigene Vermögen auswirken kann, soll am Beispiel des Schweizer Franken gezeigt werden. Die Ausgangssituation:

  • Lange Jahre hatte die Schweizer Notenbank den Kurs des Franken an den des Euro gebunden.
  • Somit konnte sich der Kurs zwar volatil entwickeln, war dabei aber auf eine bestimmte Spanne begrenzt. Kursänderungen von – im Extremfall – mehr als 2 bis 4 Prozent pro Tag waren nicht möglich.
  • Ziel der Notenbank war es, den Franken künstlich schwach zu halten, um die eigene Exportwirtschaft zu stärken.
  • Trader nutzten diese Begrenzung, um mit teilweise recht hohen Hebeln zu handeln.

So viel zur ruhigen Ausgangslage. Völlig überraschend entschied sich die Notenbank dann allerdings dazu, ihre aktuelle Politik aufzugeben. Die Aufhebung der Währungskursbeschränkung erfolgte ohne Vorwarnung und traf die Märkte hart. Warum? Der Kurs des Schweizer Franken wurde künstlich auf einem niedrigen Stand gehalten, in der Realität hatte die Währung allerdings längst an Stärke gewonnen. Das konnte nur die Notenbank durch Ankäufe des Euro verhindern.

Weil dieser Mechanismus nun nicht mehr gegeben war, sackte der Kurs des Euro gegenüber dem Franken binnen Minuten um mehrere Prozentpunkte ab. Innerhalb von nur einer Stunde fiel der Euro von 1,20 auf einen Wert von knapp unter 1,00. Wer jetzt eine Call-Position auf den Euro abgeschlossen hatte, musste Verluste von 20 Prozent verbuchen. Einige Trader traf es besonders hart, weil sie hohe Hebel wählten:

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  • Ein deutscher Anwalt hatte eine offene Call-Position mit einem gehebelten Kapital von mehreren hunderttausend Euro.
  • Er musste im Zuge der Krise Privatinsolvenz anmelden, weil die Verluste nicht mehr gedeckt werden konnten.
  • Auch andere Anleger verloren zehntausende Euro, selbst bei Hebeln von „nur“ 1:20 oder 1:30.

Problematisch war diese Krise auch, weil Stops teilweise nicht mehr griffen. Zu rapide war der Kursverlust, als dass die Broker noch geeignete Käufer bzw. Verkäufer für einzelne Positionen finden konnten. Wären die Anleger beim Broker nicht naschschusspflichtig gewesen, so hätten sie die entstandenen Verluste nicht aus ihrem Privatvermögen ausgleichen müssen.


Die Krise um den Schweizer Franken ist ein einmaliges und sehr extremes Beispiel für die Schwankungen, denen Währungen unterliegen können. Das Szenario verdeutlicht allerdings, wie stark sich eine Nachschusspflicht auf das eigene Vermögen auswirken kann.
Mit gutem Risikomanagement erfolgreich traden

Mit dem richtigen Risikomanagement zum gewünschten Erfolg

4. Risikomanagement zentraler Bestandteil einer jeden Handelsstrategie

Unabhängig von einer möglichen Naschschusspflicht ist es für Trader von essenzieller Bedeutung, Risikomanagement zu betreiben. Gemeint ist, dass das komplette Portfolio gegenüber allzu hohen Verlusten abgesichert wird. Möglich ist das unter anderem durch eine genaue Analyse der Märkte und ein generell vorsichtiges Vorgehen in besonders volatilen Marktphasen.

Weil aber viele Trader genau diese Volatilität ausnutzen möchten, lässt sich ein gewisses Risiko nicht vermeiden. Dies sollte aber immer auf die jeweilige Handelsposition eingegrenzt werden, indem der Trader das Verhältnis aus gehebeltem Kapital einer Position und dem generellen Handelskapital berücksichtigt. So könnte sich der Anleger etwa die Regel auferlegen, dass das gehebelte Kapital einer Position maximal einen Anteil von 10 Prozent des zur Verfügung stehenden Handelskapitals ausmachen darf.

Damit dieses Risikomanagement in der Praxis wirklich zum Erfolg führt, ist es allerdings ebenfalls wichtig, sich konsequent an die eigenen Vorgaben zu halten. Auch wenn eine Position noch so lukrativ und vermeintlich sicher zu sein scheint, darf die Regel nicht gebrochen werden. Denn unvorhergesehene Ereignisse – wie etwa die Krise um den Schweizer Franken – können sonst für horrende Verluste sorgen.

Um eine mögliche Naschschusspflicht zu umgehen, sollten Trader dem Risikomanagement Beachtung schenken. Wichtig ist es dabei insbesondere, das Verhältnis aus dem gehebelten Kapital einer Position zum gesamten Handelskapital zu beachten. Zudem sollte der Trader die Regeln des eigenen Risikomanagements stets einhalten und keine Ausnahmen machen.
Die Handelsplattformen von XTB

Die praktischen XTB Handelsplattformen

5. Demokonto als Einstiegshilfe

Insbesondere Einsteiger sind gut beraten, zu Beginn der Handelstätigkeit nur mit geringen Beträgen zu traden. Noch besser ist es, direkt mit virtueller Währung anzufangen und ein sogenanntes Demokonto zu verwenden. In dieser Testversion, die bei fast allen großen Brokern genutzt werden kann, haben Trader Zugriff auf alle Funktionen der Handelsplattform und Basiswerte, die auch beim Echtgeldhandel nutzbar sind.

Allerdings wirken sich Verluste in keiner Weise auf das eigene Vermögen aus – ein großer Vorteil. Sollte sich der Anleger bei einigen Positionen verspekulieren, kommt es weder zur Nachschusspflicht noch zu einem Margin Call. Meist kann der Anleger das Demokonto per einfachem Mausklick wieder auf den ursprünglichen Zustand zurücksetzen und erneut mit dem Handel beginnen.

Hat der Trader dann erste Erfahrungen im Umgang mit Forex- und CFD-Handel gemacht, kann er den Einstieg mit echtem Geld wagen. Allerdings ist der Trader dann deutlich besser vorbereitet, was die Gefahr von Kapitalverlusten spürbar senkt.

Bei fast allen großen Brokern haben Trader die Möglichkeit, ein kostenfreies Demokonto zu eröffnen. In dieser Testversion steht ausschließlich virtuelles Kapital zur Verfügung, weshalb für Anleger keinerlei Verlustrisiko oder die Gefahr der Nachschusspflicht besteht. Über einen unbegrenzten Zeitraum hinweg können Anleger so erste Erfahrungen im Umgang mit Finanzderivaten machen, was sich später im Echtgeldhandel in Form eines geringeren Risikos deutlich macht.

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6. Unsere 3 Tipps für das richtige Risikomanagement

TippsZu guter Letzt möchten wir Ihnen noch 3 wertvolle Tipps für das richtige Risikomanagement mit an die Hand geben, die Ihnen unter Umständen dabei von Nutzen sein können, die Nachschusspflicht zu umgehen.

  1. Nutzen Sie Limit Orders! Die sogenannten Limit Orders werden von Brokern nicht ohne Grund angeboten: Trader können Limit Orders nutzen, um Verluste zu begrenzen und Gewinne abzusichern – dabei sollte man jedoch genau darauf achten, für welche Limit Order man sich entscheidet, da ein Stop Loss im Gegensatz zum Garantierten Stop beispielsweise am Wochenende nicht greift.
  2. Informieren Sie sich genau! Nicht überall, wo „keine Nachschusspflicht“ dran steht, ist auch „keine Nachschusspflicht“ drin: Lesen Sie deshalb in den AGB Ihres Favoriten genau nach und wenden Sie sich bei Fragen an den Kundensupport, der Ihnen bei Ihren Anliegen sicher helfen kann.
  3. Sichern Sie Ihr Kapital ab! Stellen Sie sicher, dass Sie stets genügend Kapital auf ihrem Trading-Konto vorweisen können, um bei plötzlichen Kursveränderungen nicht direkt in den Margin Call zu geraten. Rechnen Sie sich genau aus, wie groß Ihr Puffer sein sollte und achten Sie darauf, diesen nach Möglichkeit nicht zu unterschreiten.
Zu guter Letzt möchten wir Ihnen drei wertvolle Tipps für das richtige Risikomanagement mit an die Hand geben: Nutzen Sie auf jeden Fall die Limit Orders ihres Brokers, informieren Sie sich über den genauen Umgang Ihres Brokers mit der Nachschusspflicht und sichern Sie sich letztendlich auch freiwillig ihr Kapital ab, indem Sie stets einen Puffer in bestimmter Höhe auf Ihrem Handelskonto belassen.

7. Fazit: Traden mit Nachschusspflicht oder ohne?

ErfahrungsberichtDie Nachschusspflicht erfüllt einen wichtigen Zweck und ist dabei sogar mit dem einen oder anderen Vorteil verbunden: Trader können beispielsweise selbst entscheiden, ob Sie zusätzliches Kapital bereitstellen möchten oder ob Positionen geschlossen werden sollen – bei Brokern ohne Nachschusspflicht entfällt diese Entscheidung jedoch, da der Broker einfach selbst die Position des Traders schließt, sobald dieser die Margin nicht mehr decken kann.

Um entscheiden zu können, welches Konzept für Sie die richtige Wahl ist, sollten Sie bestenfalls im Demokonto das Angebot Ihres Favoriten genau unter die Lupe nehmen und sich beim Support des Unternehmens genau über den Umgang mit der Nachschusspflicht informieren, um negative Überraschungen zu vermeiden.

 

Bilderquelle:
- pixabay.com/de/euro-währung-geld-finanzen-163475/

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