General Motors Aktie: Kaufen oder verkaufen?

By | 9. März 2020

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Die General Motors Aktie sorgte in den letzten Wochen und Monaten nicht gerade für Freudensprünge bei den Anlegern. Mal war es ein Streik, mal der Corona-Virus der auf den Kurs drückte. Doch dies sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich GM tatsächlich auf einem besseren Weg befinden könnte als viele der anderen Automobilhersteller.

GM kämpft darum, sein etwas rückständiges Image loszuwerden, und kommt den Amerikanern zukünftig mit Elektro-SUVs entgegen. Enorme Investments in Forschung und Weiterentwicklung könnte dem Unternehmen zukünftig einen Vorteil sichern – oder es zurück zum Abgrund führen. Wir haben Pläne und Zahlen von GM genau untersucht und sagen Ihnen auch, was Analysten von der Aktie halten.

  • Nach Insolvenz und Umstrukturierung nur noch 4. größter Automobilhersteller
  • Langfristig vollständige Umstellung auf Elektro-Antrieb geplant
  • Wichtigste Absatzmärkte in USA und China
  • Umsatzrückgang erwartet

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Fakten zum Unternehmen und zur General Motors Aktie

General Motors war lange Zeit der größte Autoproduzent der Welt (gemessen an den Verkaufszahlen) und ist im US-amerikanischen Detroit beheimatet. Das Unternehmen wurde ursprünglich 2008 gegründet und konnte durch viele Zukäufe schon früh zu einem der größten Autoproduzenten aufsteigen.

2008 verlor GM den Titel als größten Autohersteller an Toyota. Durch die Finanzkrise und eine zu ineffiziente Produktion häuften sich die Verluste. 2009 ging GM sogar insolvent und musste von den USA gerettet werden. Schon 2011 wurde es wieder privatisiert und legte dabei den größten Börsengang der US-Geschichte hin.

Inzwischen gilt GM als der viertgrößte Autohersteller, hinter Volkswagen, Renault-Nissan und Toyota. Dennoch sind die Zahlen immer noch beeindruckend:

  • 8,4 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2018 ausgeliefert
  • 137 Millionen US-Dollar Umsatz
  • rund 165.000 Mitarbeiter (2019)

Derzeit scheint das Unternehmen allerdings nicht nach Expansion zu streben, sondern verringert hingegen seine Aktivität auf Märkten, die nicht genügend Einnahmen generieren. Gemessen an seinem Umsatz zählt General Motors allerdings nach wie vor zu den größten 35 Unternehmen der Welt.

Bei der Privatisierung des Unternehmens wurden rund 1,4 Miliarden Aktien ausgegeben. Aktuell entspricht dies einer Marktkapitalisierung von rund 42 Milliarden Euro. Derzeit befinden sich rund 80 % der Aktien im Streubesitz. GM ist dabei fast schon traditionell gerade auch für Rentenfonds in den USA attraktiv, zumal die Dividendenrendite oftmals sehr gut ist.

Als Chairman und CEO ist Mary Barra seit 2014 tätig, die General Motors ihr gesamtes Berufsleben lang verbunden ist.

General Motors Aktie

Was produziert General Motors genau?

General Motors ist als einer der größten Autohersteller der Welt vor allem als PKW-Produzent bekannt. Das US-amerikanische Unternehmen deckt dabei unterschiedliche Segmente ab und nutzt dafür momentan eine eigene Marke für jedes Segment, um das Image eindeutig gestalten zu können:

  • Cadillac (und Corvette) für das Premium-Segment
  • Buick für die Mittelklasse
  • Chevrolet für preisgünstige Fahrzeuge

Außerdem hat es mit Wuling und Baojun zwei chinesische Marken im Angebot.

In Deutschland werden vor allem die Fahrzeuge von Chevrolet vertrieben, wobei auch Daewoo in diese Marke aufgegangen ist. Ohnehin hat General Motors für die manche Märkte noch einmal unterschiedliche Marken entwickelt und betreibt beispielsweise in Australien Holden (größtenteils Chevrolet).

Das Unternehmen ist auch in Bezug auf Partnerschaften und Joint Ventures recht umtriebig und vertreibt teilweise auch andere Modelle unter eigenen Marken. Auf den ersten Blick ist zumindest die internationale Produktpalette nicht leicht durchschaubar.

Lange Zeit war General Motors auch im Bereich Nutzfahrzeuge tätig und galt bis in die 1980er Jahre als einer der wichtigsten Hersteller von LKWs. Die schwindende Nachfrage sorgte für einen Verkauf dieser Sparte an Volvo. Seitdem vertreibt General Motors und der Marke GMC vor allem Kleintransporter, SUVs und Pick-ups. Da in den USA SUVs als Nutzfahrzeuge gelten, werden diese dort auch unter GMC vertrieben.

Außerdem hat General Motors noch einige weitere Geschäftszweige, die eine Ergänzung zur Automobilproduktion darstellen. Darunter Ally Financial als Finanzdienstleister, der sich auf die Autofinanzierung spezialisiert oder OnStar, das Telematik-Systeme herstellt, die für Fahrzeuge genutzt werden können.

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Welche Märkte sind für General Motors am wichtigsten?

Für General Motors sind vor allem die folgenden Märkte wichtig:

  • VR China
  • USA
  • Südamerika

Dabei ist vor allem die Bedeutung des chinesischen Marktes in den letzten Jahren erheblich gewachsen.

2019 konnte das Unternehmen 2,9 Millionen Fahrzeuge im Heimatmarkt in den USA verkaufen. In China waren es allerdings 3,09 Millionen Fahrzeuge im gleichen Zeitraum. Noch 2016 war die Kräfteverteilung hingegen völlig anders: Damals verkaufte General Motors auf dem Heimatmarkt 3,04 Millionen Autos, in China hingegen 1,7 Millionen. Hier zeigt sich natürlich das enorme Wachstumspotenzial, das die Volksrepublik für Autoproduzenten hatte. Diese Entwicklung scheint nun allerdings zum Erliegen gekommen zu sein.

Die Europäische Union ist seitdem Verkauf von Opel und Vauxhall nicht mehr so wichtig. Südamerika stellt nun den drittwichtigsten Absatzmarkt dar. 2020 hat General Motors zudem angekündigt, sich auch aus dem australischen Markt zurückziehen zu wollen.

Noch immer gelten Crossover und SUVs als die Autoklasse, die derzeit am meisten Wachstum erfährt. General Motors gelang es 2019 zum ersten Mal, eine Million Crossover auszuliefern, außerdem verkaufte es eine Millionen Pick-ups und SUVs. In China ist die Nachfrage nach günstigen Elektro-Autos hingegen nach wie vor hoch.

General Motors befindet sich dabei fast noch mehr als die anderen Autohersteller inmitten von zwei sehr gegenläufigen Entwicklungen: Auf der einen Seite wollen USA und auch Europäer immer größere und stärker motorisierte Fahrzeuge, auf der anderen Seite ist China der größte Markt für Elektroautos.

Diesen beiden unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine der Hauptherausforderungen von GM derzeit.

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General Motors prägt die USA

Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, das einen so großen Einfluss auf das Alltagsleben in den USA hat und das so sehr vom Alltag der USA beeinflusst wird, wie General Motors. Beides geht Hand in Hand und beeinflusst den anderen.

Eines der eindrücklichsten Beispiele ist sicherlich die Stadt Detroit, deren Schicksal eng verbunden mit dem von GM ist. Als Hauptsitz von GM wurde Detroit schnell zum Synonym für die Autoproduktion in den USA, wichtiges wirtschaftliches Zentrum und erlebte gerade in der Mitte des letzten Jahrhunderts einen Aufschwung, der seinesgleichen sucht. Auf der anderen Seite wurde die Stadt durch die Insolvenz von General Motors mit heruntergerissen und war 2013 ebenfalls bankrott.

Und es gibt noch viele weitere Beispiele, die zeigen, wie eng GM an die USA geknüpft ist und umgekehrt. General Motors verfolgte schon in den 1920er und 1930er Jahren das Ziel, dass Straßenbahnen und Züge nicht zu einer Konkurrenz für Pkw und Laster werden sollten. Deswegen unterstützte Greyhound dabei, Fernbuslinien aufzubauen, die heute immer noch existieren und Reisen in den USA prägen. Diese Strategie ging sogar so weit, dass GM Tochterunternehmen gründete, die Straßenbahnunternehmen und Motorenunternehmen aufkauften. 1950 wurde General Motors, Firestone und Standard Oil wegen Verschwörung zu einer Geldstrafe verurteilt, als klar wurde, dass das Ziel vom GM war, den öffentlichen Nahverkehr von GM abhängig zu machen.

Diese Episode ging als „Großer Amerikanischer Straßenbahnskandal“ in die Geschichte ein. Betroffen waren rund 60 von 600 Straßenbahnen, die teilweise nach Jahrzehnten wieder aufgebaut wurden.

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Komplizierte wirtschaftliche Situation für Autohersteller

Inzwischen führt für Autoproduzenten kein Weg mehr am chinesischen Markt vorbei. Die Absatzzahlen im Reich der Mitte stiegen in den letzten Jahrzehnten jährlich. 2019 waren sie erstmals rückläufig. 23,7 Millionen Autos wurden verkauft – deutlich weniger als noch 2018 (28 Millionen Fahrzeuge) und ein Absinken der Verkaufszahlen auf den Stand von 2015. Dies ist von globaler Bedeutung, den China macht aktuell rund ein Viertel aller Neuzulassungen aus. Der Markt gilt allerdings als so gut wie gesättigt.

Stattdessen leidet China inzwischen verstärkt unter den Nachteilen der privaten Motorisierung wie Smog, Stau und Parkplatzmangel in Ballungsgebieten. Hinzu kommen die Auswirkungen des Handelskriegs mit den USA und der Produktivitätsverlust durch den Corona-Virus. In der ersten Februarhälfte 2020 brach der Markt gleich um 90 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Verschärft wird das Problem dadurch, dass auch Produktion, Beschaffungsmarkt und Zulieferer vom Virus betroffen sind.

Und nicht nur in China, auch in Europa sind die Absatzzahlen rückläufig. Entsprechend schwierig ist die Lage derzeit für Autohersteller. Nur wenige Unternehmen (wie das noch recht junge Tesla) konnten tatsächlich für 2019 eine nennenswerte Absatzsteigerung verzeichnen.

Dabei zeigt sich auch nicht, dass ein Technologie-Wechsel bevorsteht. Der globale Verkauf von Elektroautos soll beispielsweise 2019 kaum zugenommen haben.

Dementsprechend steht der Automobilbranche vermutlich eine harte Zeit, wenn nicht sogar Konsolidierungswelle bevor. Bei einem derart starken Einbruch der Absatzzahlen sind Restrukturierungsmaßnahmen unumgänglich. Beobachter fürchten eine Rezession in den asiatischen Ländern, die sich auch auf den Westen auswirken könnte.

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General Motors und Elektroautos: Keine Liebe auf den ersten Blick

General Motors war lange Zeit wie kaum ein anderes Unternehmen für Autos bekannt, deren Spritverbrauch sicherlich nicht das vorherrschende Argument zum Bau war. SUVs, Pick-ups und Crossover: Für diese Fahrzeugtypen steht General Motors noch heute.

So ist es vielleicht nicht unbedingt überraschend, dass die ersten Versuche mit einem Elektroauto nicht gerade ohne Komplikationen verliefen. Dabei reagierte General Motors vergleichsweise früh auf den Trend und präsentierte den Chevrolet Volt bereits 2007. Bis es tatsächlich auf dem Markt kam, verging jedoch einige Zeit: Das 100-jährige Firmenjubiläum, eine Insolvenz und ein erneuerter Börsengang lagen zwischen Präsentation und tatsächlichem Verkaufsstart 2010.

Als Besonderheit war der Volt zudem als Plug-in seiner Zeit voraus und eignete sich so nicht nur für Elektro-Enthusiasten. Die Konkurrenz war entsprechend gering. Dennoch konnte GM das ehrgeizige Ziel von 45.000 Fahrzeugen im Jahr nicht ansatzweise erreichen, sondern musste sich schließlich mit einem Drittel zufriedengeben. Grund waren der zu hohe Preis, die Polarisierung der Gesellschaft durch E-Autos und nicht zuletzt die Tatsache, dass ein Fahrzeug bei einem Crashtest in Flammen aufging. Auch der baugleiche Opel Ampera konnte die Erwartungen nicht erfüllen: Statt 12.000 Fahrzeuge jährlich erreichten die Verkaufszahlen niemals eine vierstellige Zahl. 2018 wurde der Volt schließlich eingestellt. Das gesparte Geld sollte in die Weiterentwicklung von E-Autos gesteckt werden.

Im Jahr 2020 plant GM Neues und reaktiviert die beliebte Marke Hummer. Das Unternehmen bringt die beliebten Geländewagen mit E-Antrieb neu auf den Markt. Ob dieses Experiment gelingt, wird sich zeigen.

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Autonomes Fahren und E-Autos: Wie gut ist GM aufgestellt?

Elektroantrieb und General Motors: Das ist bislang sicherlich noch keine Liebesgeschichte. Dennoch sind und bleiben die Pläne von General Motors außerordentlich ehrgeizig. Die freiwerdenden Kapazitäten aus der letzten Umstrukturierung sollen verstärkt in die Weiterentwicklung der E-Technologie gesteckt werden. Zudem will General Motors diese Technologie auch mit Einnahmen aus dem SUV-Segment querfinanzieren. So soll beispielsweise eine recht kostenintensive Kooperation mit LG Chem im Bereich der Massenproduktion von Energiezellen auf diese Weise finanziert werden.

Zudem plant General Motors sogar, das eigentliche Premium-Segment mit Cadillac in eine E-Auto-Marke umzuwandeln, dass mit Tesla mithalten kann. Derzeit gehen mit dem Chevrolet Menlo für den chinesischen Markt oder dem E-Hummer allerdings erst einmal andere Projekte an den Start.

Und auch im Bereich des autonomen Fahren macht General Motors Fortschritte. 2018 hat es sich mit Honda zusammengetan, um die Entwicklung über die GM-Firma Cruise voranzutreiben.

Das Teilautonomie-System von General Motors hört demnach auch auf den Namen Super Cruise und ist 2020 erstmals auf dem Markt. Damit ist General Motors nicht gerade Vorreiter auf dem Gebiet. Dies gilt umso mehr, da viele Funktionen, die andere Fahrzeuge wie Autoparking oder Spurwechsel auf Autobahnen noch nicht verwirklicht sind. Einen Pluspunkt soll es allerdings auch haben: Es gilt als sicherer als Teslas Pendant Autopilot.

So werden die Fahrer per Kamerasensor überwacht, ob sie bei der Nutzung des Systems aufmerksam bleiben. Viele andere Autopiloten arbeiten hingegen mit der Berührung des Lenkrads. Die „Überwachung“ wie bei General Motors wird dabei zeitgleich kritisiert und gelobt.

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Welche Vorhaben hat GM mittel- bis langfristig?

General Motors hat sich selbst dazu verpflichtet, früher oder später nur noch Autos mit Elektroantrieb anzubieten. Natürlich ist dies bislang noch nicht viel mehr als ein Marketing-Trick. Weder steht fest, bis wann dieses Ziel erreicht werden soll, noch wie.

General Motors befindet sich jedoch ohne Frage in einem Umstrukturierungsprozess, wenn nicht sogar eine Neuerfindung des Unternehmens. Unternehmenschefin Mary Barra setzte 2018 den Rotstift sehr großzügig an und strich:

  • ein Zehntel der Beschäftigten
  • fünf Werke in den USA und Kanada
  • mehrere unbeliebtere Automodelle

Stattdessen investierte sie großzügig in die Elektrotechnologie. 2,2 Milliarden US-Dollar ließ sich GM die Kooperation mit LG Chem kosten. GM erhofft sich davon günstiger und leistungsstärkere Akkus. Außerdem baute es ein Werk in Detroit so um, dass dort E-Autos produziert werden sollen.

GM plant dabei fast das Unmögliche: Die PS-liebenden Amerikaner endlich mit dem Elektroantrieb zu versöhnen. Dafür wagt Barry auch ungewöhnliche Wege und Kombinationen. So erlebt der Hummer ein Comeback – als E-Auto. Auch andere beliebte Modelle unter den Pick-ups und SUVs vom GM sollen zukünftig mit Elektroantrieb oder zumindest als Hybrid angeboten werden.

Und auch 2020 scheut Barry unpopuläre Entscheidungen nicht. So zieht sich GM aus Australien und Neuseeland zurück. Sowohl Vertrieb, Entwicklung als auch Ingenieurarbeiten sollen dort beendet werden. Sogar die Marke Holden wird 2021 eingestellt, obwohl sie in Australien als beliebter Klassiker gilt. Barry will jedoch, dass General Motors sich noch stärker auf die Märkte konzentriert, in denen General Motors seine Stärken ausspielen kann.

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Kennzahlen, Bilanzen und Co: Wie gut schneidet GM ab?

Insgesamt ist General Motors recht gut aufgestellt. Es ist hinsichtlich der Absatzschwäche wenig überraschend, dass das Unternehmen 2019 einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Ohnehin schloss General Motors das letzte Quartal 2019 nicht gut ab. Neben dem Rückgang beim Verkauf war dafür auch ein vierzigtägiger Streik der Gewerkschaft in den USA verantwortlich, wodurch um die 200.000 Fahrzeuge nicht produziert werden konnten.

Dennoch konnte das Unternehmen auch 2019 einen Gewinn verzeichnen. Nach Steuern bleiben General Motors noch 6,7 Milliarden US-Dollar Gewinn. Im Vergleich zum Vorjahr (8 Milliarden) sind dies jedoch rund 16,7 % weniger.

Die Umstrukturierungsmaßnahmen greifen bereits jetzt. Nachdem Konzernchefin Barra 2017 als Übergangsjahr bezeichnet hatte und einen leichten Verlust hinnehmen musste, bleibt der Umsatzrückgang 2019 ohne negative Konsequenzen:

  • Umsatz 2016: 166 Milliarden Euro; Gewinn: 9,4 Milliarden
  • Umsatz 2017: 146 Milliarden Euro; Gewinn: – 1,68 Milliarden
  • Umsatz 2018: 147 Milliarden Euro; Gewinn: 8 Milliarden
  • Umsatz 2019: 137 Milliarden Euro; Gewinn: 6,7 Milliarden

Vor allem an den Mitarbeiterzahlen zeigt sich der Einfluss des Verkaufs der europäischen Marken deutlich. Arbeiteten 2016 noch 225.000 Mitarbeiter für GM, waren es im Folgejahr nur noch 180.000. Inzwischen konnte GM noch mehr Stellen abbauen und beschäftigt aktuell 164.000. Entsprechend groß ist natürlich auch der Puffer geworden, den General Motors Chefin Barr geschaffen hat.

Die Eigenkapitalquote konnte ebenfalls wieder verbesser werden. Von 16,47 % (2016) stieg sie auf 18,33 % im Jahr 2018. Auch absolut nahm das Eigenkapital im gleichen Zeitraum von 36 Millionen auf 46 Millionen US-Dollar zu.

General Motors Aktie Analyse

Wie schätzen Analysten die Aktie ein?

Analysten sehen die Aktie aktuell insgesamt positiv. Allerdings sind in den meisten Analysen die aktuellen Entwicklungen noch nicht enthalten. Entsprechend vorsichtig sollten Interessenten mit diesen Bewertungen umgehen.

Die Analysten gehen allerdings derzeit davon aus, dass noch Luft nach oben ist. Das mittlere Kursziel ist aktuell weit über dem Kurs und beträgt rund 46 US-Dollar. Damit ist ohne Frage viel Luft für Verbesserungen.

Bei den Analysten wurden die Restrukturierungsmaßnahmen und ihre Erfolge sehr positiv aufgenommen. Während im August 2019 noch Analysten einen Verkauf geraten hätten, ist dies seitdem nicht mehr der Fall. Ein Großteil rät hingegen dazu, mehr Aktien zu kaufen oder vorhandene Bestände aufzustocken. Ein Viertel rät auch dazu, die Aktie zu halten. Moodys sieht das Risiko eines Investments allerdings aktuell als hoch an.

Die Einschätzung ist also in den letzten Monaten nicht rein positiv gewesen. Leider fehlen aktuell ein paar neuere Stimmen, die Aussagen darüber treffen, ob der Konzern gut genug gerüstet ist. Anleger müssen sich die Bücher und Veränderungen also selbst so genau wie möglich ansehen, um mögliche Schwachstellen zu erkennen.

Gerade in der deutschsprachigen Literatur sind kaum Stimmen zu General Motors zu finden, die nicht bereits ein paar Monate alt sind. Deswegen sollten Anleger entweder aktuellere Analysen abwarten oder sie müssen selbst genauer recherchieren, ob der Konzern tatsächlich ein Investment wert ist. Da dafür die gesamte Branche unter die Lupe genommen werden muss, ist dies natürlich vergleichsweise viel Aufwand, den gerade langfristig orientierte Anleger jedoch auch nicht scheuen sollten.

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Lohnt sich die General Motors Aktie für Dividendenstrategien?

Es gibt kaum eine Strategie, für die sich die General Motors Aktie besser eignet als für eine Dividendenstrategie. Die US-Amerikaner sind dafür bekannt, gerne und vergleichsweise hohe Dividenden zu zahlen. Dabei überrascht General Motors auch in Umbruchsjahren mit einer großen Konsistenz:

  • 2016-2019: 1,52 US-Dollar je Aktie und Jahr
  • 2015: 1,38 US-Dollar je Aktie
  • 2014: 1,20 US-Dollar

Kritiker könnten monieren, dass General Motors auch dann eine Dividende ausgeschüttet hat, als das Unternehmen Verlust gemacht hat. So war es beispielsweise 2017 nach dem Verkauf des Europageschäfts. Allerdings ist der Verlust nicht zuletzt eine Abschreibung des Buchwerts bei einem geringeren Verkaufspreis. Auf dem Papier stand also ein Minus, insgesamt hat General Motors jedoch keinen Verlust gemacht, der dazu geführt hätte, dass beispielsweise liquide Mittel fehlen oder weil Umsatz sehr stark eingebrochen ist.

Die Dividendenrendite ist ebenfalls durchaus fair. Natürlich sind größere Unterschiede dabei auch in der Vergangenheit möglich gewesen, oftmals bewegt sie sich jedoch so um die vier Prozent, was selbst für ein etabliertes US-Unternehmen ein guter Wert ist. Um die Dividende ausschütten zu können, muss General Motors rund ein Viertel des Gewinns verwenden, was ein fairer Wert für alle Beteiligten ist.

Es ist allerdings natürlich durchaus möglich, dass General Motors in den nächsten Jahren wieder deutlich weniger Dividende zahlen kann und will. Das Unternehmen erwartete einen Umsatzeinbruch, der möglicherweise nicht ohne Verluste aufgefangen werden kann. Eine vorübergehende Kürzung der Dividende ist dementsprechend durchaus nicht unwahrscheinlich.

General Motors Aktie Dividenden

Welches sind Risiken und Chancen für General Motors?

Nicht viele Auto-Aktien sind im Moment so spannend wie die General Motors Aktie. So viel müssen selbst Kritiker der Konzernchefin Mary Barra sicherlich zugutehalten. Möglicherweise waren die zahlreichen Umstrukturierungsmaßnahmen tatsächlich vor allem dafür gedacht, Kapazitäten für das Vorantreiben von modernen Technologien freizumachen. In der Praxis könnte sie GM allerdings auch über die drohende Krise hinweghelfen.

Denn ohne Frage ist die Lage für Autobauer derzeit alles andere als rosig. General Motors wird aufgrund des starken Fokus auf den chinesischen Markt vom Umsatzrückgang noch stärker getroffen als einige Konkurrenten. Ein großes Risiko ist dementsprechend, dass sich der Corona-Virus noch stärker ausbreitet und einen noch größeren Rückgang bei den Fahrzeugverkäufen zur Folge hat. Sollten die geschätzten zehn Prozent Umsatzrückgang zu vorsichtig geschätzt worden sein, könnte GM wieder in schiefes Fahrwasser gelangen. Vor allem dann, wenn sich die Lage nicht so schnell bessert, drohen Verluste.

Ein Problem könnte dabei natürlich auch der fortwährende Handelskrieg zwischen China und den USA als den beiden Hauptmärkten von General Motors sein. Vor Zöllen ist GM allerdings weitestgehend sicher, weil es jeweils regional für den jeweiligen Markt produziert.

Spannend bleibt, ob sich die Investitionen aus der jüngeren Vergangenheit bezahlt machen und wann dies der Fall sein wird. Es bleibt abzuwarten, ob GM den amerikanischen Markt mit seinen neuen Modellen überzeugen kann. Das Unternehmen wird allerdings sicherlich die entsprechenden Marktstudien durchgeführt haben und dabei eine entsprechende Nachfrage für große Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb festgestellt haben.

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Welche Alternativen zur General Motors-Aktie gibt es?

Welche Alternativen sich zur General Motors-Aktie anbieten, hängt natürlich nicht zuletzt davon ab, warum ein Anleger überhaupt in General Motors investieren möchte. Grundsätzlich empfiehlt sich natürlich ein Blick auf andere Autohersteller, die an GM vorbeigezogen sind:

  • Volkswagen
  • Toyota
  • Renault, Nissan und Mitsubishi

Wer hingegen in General Motors investieren möchte, weil es das Konzept von Elektroautos und autonomen Fahren für ausgeklügelt hält, hat natürlich ebenfalls Alternativen. Die deutschen Autobauer sind fast allesamt in einer ähnlichen Lage und investieren aktuell verstärkt in diese Technologien, um ihren Rückstand aufzuholen. Auf der anderen Seite gibt es mit Renault und Nissan zwei eng miteinander verbundene Autohersteller die mit ZOE und Leaf zwei der beliebtesten E-Autos bereits im Programm haben und konsequent weiterentwickeln. Ein Spezialist wie Tesla oder ein Tech-Riese wie Alphabet bieten hier zudem möglicherweise ein etwas zweckgebundeneres Investment.

Auf der anderen Seite sind es natürlich auch die großen amerikanischen Konzerne, die als Alternative in Frage kommen, wenn es dem Anleger nicht unbedingt um die Branche geht. Ähnlich groß sind beispielsweise CVS Health, AT&T, Ford Motor oder McKesson. Ohnehin ist Ford natürlich einer der größten Konkurrenten von GM.

Anleger, die es vor allem auf die Dividende abgesehen haben, werden möglicherweise noch glücklicher mit 3M, Coca Cola oder Genuine Parts. Sie gelten alle als Dividendenkönige und konnten zuletzt eine Dividendenrendite um die drei Prozent vorweisen.

General Motors Aktie Alternativen

General Motors Aktie: Analysten raten zum Kauf

Anleger, die sich für General Motors Aktien interessieren, tun dies aus guten Gründen: Die Dividendenrendite stimmt, GM führt umfangreiche Restrukturierungen durch und investiert zugleich in die Zukunft. Tochter-Unternehmen Cruise kann jetzt schon die durchschnittlich zweitmeisten Kilometer vorweisen, die ein autonomes Auto fahren kann, ohne durch den Fahrer unterstützt werden zu müssen, und ein Milliardeninvestment in LG Chem soll die lästigen Akku-Probleme endlich lösen.

Doch die Weltwirtschaft könnte Chefin Barra einen Strich durch die Rechnung machen. Erhebliche Umsatzeinbußen drohen nicht nur durch den Corona Virus, sondern auch dadurch, dass der Markt inzwischen als gesättigt gilt. Gelingt es ihr zudem nicht, die Amerikaner von den E-Autos zu überzeugen, könnte GM ins Hintertreffen geraten. Allerdings scheint General Motors aktuell die Mittel zu haben, um zumindest eine kleinere Krise aussitzen zu können. Barra führt die Restrukturierung zudem konsequent fort und könnte so verhindern, dass das Unternehmen überhaupt tatsächlich wieder in Schwierigkeiten gerät.

Auch wenn viele Analysen nicht den aktuellsten Stand abbilden, ist es deswegen nicht unwahrscheinlich, dass sie die positive Einschätzung der General Motors Aktie beibehalten würden. Das Unternehmen scheint nicht nur für die Neuerfindung der Produktpalette, sondern auch für die nächste Krise gut gewappnet zu sein. Es könnte allerdings sein, dass nicht beides gleichzeitig funktioniert.

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